Stadtwolf, Waldwolf und ein Rotkäppchen!“

Eine Geschichte für Marionetten von Ted Moré.

Sommertheater bei Ted Moré.

Vom 5. August bis 9. September
Jeweils sonntags um 11.00 Uhr und mittwochs um 15.00 Uhr.

Liebe Leute!

„Little red riding Hood“. – Oder: „Rotkäppchen“.

Es gibt da eine Menge Missverständnisse, denn der Mensch steckt voller Hemmungen. Alles was beim menschlichen Körper unterhalb der Gürtellinie geschieht oder funktioniert wird literarisch und im Sprach-gebrauch immer „schenant“ beschrieben, weil man sich gehoben ausdrücken möchte. Singt der Mensch als Tischgebet: „Diesen Eingang segne Gott!“ müsste die Vollendung irgendwie „und den Ausgang gleicher-maßen!“ lauten, aber das klingt „schenant“, und da kommt noch dazu, dass sich der Mensch nicht traut direkt von Mistgeburt zu sprechen, obgleich wertvoller Mist, und er sagt Missgeburt. Nun Miss ist ander-wärts die angeredete junge Dame im anglikanischen Sprachgebrauch und da kommen wir einer märchen-haften Figur näher, die eigentlich nichts mit Märchen zu tun hat, sondern das natürlichste und menschen-erhaltendste Vorkommen der Welt und der Evolution ist. Gemeint ist die Sage oder das „Rummerum des Geredes“ um die Pubertät eines gewissen Mädchens das von seiner Mutter (?) ein rotes Käppchen ge-schenkt bekam, und dass alle Welt daraufhin Rotkäppchen nannte. Die Geschichte wurde fast Alltagsgere-de in vielen Ländern, ja, in einigen Ländern, wie eben bei den Walonen, den Franzosen und den Schweden redete man nicht Drumherum. Lediglich in England wurde die Geschichte erst bekannt als die Aufzeich-nungen der Brüder Grimm ein Bestseller wurden, und da bekam sie den Titel (s.O.!) „Little red riding Hood“. So sagt mancher Volksmund, und der Chevalier beeilt sich den Anschluss nicht zu versäumen: „Mädchen gib acht, dass die bösen Buben nur das „Eine“ wollen!“

Doch beginnen wir mit dem Ursprung ganz, ganz weit hinten. Es war mal eine Zeit da hatte man in Deutschland die Wölfe ausgerottet. Abgeknallt oder in die Flucht geschlagen oder mit dem deutschen Schä-ferhund zum Wolfshund gekreuzt bis er nur noch in Märchen genannt wurde als eine gewisse Deklarierung zum Erziehungshilfsmittel.

Gut, in den „Achtundsechzigern“, in den Jahren mit besonders überschlauen Überlegungen die eine Erwei-terung oder Verdammung des modernen Realismus mit Namen Existenzialismus, für Kenner Sartrismus nach Jean-Paul Sartre, im Sinne hatten, verdammte man das Märchen, wie alle Märchen überhaupt, und stritt jegliche Vergleichsmöglichkeiten mit Kinderpornografie oder so ab. Allgemein sprach man immer schon von Männern mit Bärenkräften oder von Ochsenstärke – („Ein Bergmann muss so stark sein, dass er zwanzig beladene Kohlenwagen vor sich herschiebt und erst nach dreihundert Metern merkt, dass keine Geleise da sind!“) –

Um Bühnenstücken für Kinder mit bekannten, volkstümlichen Märchen mit der Liebe zu Grausamkeiten, auch so ein Massenslogan von den „Pseudo-Schlauen“, aus dem Weg zu gehen, erfand man unter Anderem „Der Bär geht auf den Försterball!“

Nun, der Sturm Waldemar ging durchs Land und zerstörte mal wieder eine Zellulose-Plantage von schnellwachsenden Fichten und machte damit einem übriggebliebenen, erfahrenen und ausbaldowerten Märchenwolf die Heimat kaputt. Glück? Es war aber auch ein Baumriese umgestürzt und der gab das Ver-steck zu einem Märchenschatz voller Gold und Edelsteine frei. Der Wolf fand einen hohlen, dicken Eichen-knüppel, füllte den mit Goldstücken, einem bescheidenen, getarnten Vermögen, und machte sich auf den Weg in die Stadt ein neues Leben zu beginnen, denn er hatte von dem Bären auf dem Försterball gehört und versprach sich Ähnliches für ein menschennahes, zukünftiges Leben.
Er näherte sich schon der Stadt als ihm eine menschenähnliche Figur in einer Kombination aus roter Bal-lon-Seide mit blauem Besatz entgegenkam. Beide Figuren bleiben stehen und betrachteten sich. Sie stellten bei sich und dem Anderen unübersehbare Ähnlichkeiten fest. Und schließlich fragte der aus dem Wald: „Was bist du für eins?“

Der antwortete: „Ich bin ein Wolf!“
Da sprach der aus dem Wald: „Ich bin auch ein Wolf!“
„Du siehst aus wie ein Wald-Wiesen und Flur-Penner!“
„Das bringen die Lebensgewohnheiten so mit sich!“ erklärte der aus dem Wald. „Aber was ist dein Outfit? Bist du ein Clown aus dem Zirkus?“
„Nein, das ist ein Jogging-Anzug!“
„Wozu braucht es einen Jogging-Anzug?“
„Wenn man in den Wald geht zieht man einen Jogging-Anzug an!“
„Wer sagt das?“
„Das sagen die Leute die so einen Anzug verkaufen!“
„Und warum verkaufen sie den? Haben sie keinen Eigenbedarf?“
„Doch, schon! Aber sie verkaufen ihn damit man den anzieht, wenn man in den Wald geht! Da gibt es Sachzwänge! Doch wo kommst du her?“
„Sachzwänge? Da sagst du was. Ich wohnte bis gestern im Wald, aber das ist auch nicht mehr das was es mal war. Da gibt es auch Sachzwänge, Schonzeiten, Jagdrechte und Typen mit einem Jagdschein die auf alles schießen was ihnen in die Quere kommt, sogar auf Hunde und Katzen. Das Wild im Allgemeinen ist verplombt, wird durchgefüttert, ist gezählt, bewirtschaftet und ministeriell ausgewiesen.“
„Und jetzt?“
„Man traut sich kaum was zu fressen. Ich geh in die Stadt. Ich habe einen Märchenschatz gefunden und davon kann ich eine Zeit lang leben!“
„Von was hast du denn sonst gelebt. Man hört von Vielem!“
„Früher? Früher haben Wölfe Rotkäppchen gefressen!“
„Was sind das?“
„Rotkäppchen sind schmackhafte, vernaschungswürdige, Mädchen mit einem roten Käppchen!“
„Wozu das rote Käppchen?“
„Damit der Wolf weiß wen er fressen soll!“
„Und wie schmeckt so ein Rotkäppchen?“
„Wie ein Himbeer-Eis mit Sahne!“
„Mehr wurde nicht gefressen?“
„Manchmal auch Großmütter.“
„Und wie schmecken die?“
„Wie gemischter Braten mit Spätzle!“
„Haha!“ dachte der Stadtwolf, drehte sich um und ging in den Wald.
„Ist der blöd!“ dachte dagegen der Wald-Wolf und ging weiter Richtung Stadt und beschloss keinen Jog-ging-Anzug zu kaufen. Er wollte individuell bleiben und sich keinesfalls anpassen.
Das war genau der Tag an dem Hans Wurst in aller Herrgottsfrühe von Oberförster Meier aus dem Schlaf geklopft wurde. Der musste in eine entfernte Stadt zum Geburtstag seiner Großmutter. „Wurstl, pass auf den Wald auf. Ich habe Losung von einem Wolf gefunden, aber der hat nichts Unanständiges gerissen und gefressen. Muss ein intelligenter Wolf sein. Also dann, mach gut! Ich schmeiß dir mal wieder einen Stein in den Garten!“ und weg war der Oberförster, weil im Märchenland die Dampfzüge pünktlich Bahnhöfe ver-lassen und gemäß dem Fahrplan ankommen.
Wurstl erhob sich aus seinen Federn, wusch sich den Schlaf aus den Augen, aß etwas und machte sich fein den Oberförster im Wald würdig zu vertreten.
Frau Rosenkohl hat eine Tochter mit Namen Elisabeth. Das ist weiter nicht schlimm, aber die Toch-ter trägt fast immer auf dem Kopf ein rotes Käppchen. Deshalb nennt es alle Welt Rotkäppchen. Nun ruft die Mutter nach dem Rotkäppchen, weil sie hinaus soll zu Großmutter mit Kuchen und Wein zu ei-nem Sonntag-Nachmittag-Kaffeetrinken oder wie auch immer. Elisabeth oder Rotkäppchen erscheint und hört sich Mamas Wünsche an.
„Warum gehst du nicht mit zu Oma?“
„Das geht nicht. Ich muss zu einem Kaffeetrinken! Aber, wenn du in den Wald kommst, dann pass auf. In der Zeitung stand zu lesen im Wald gibt es einen Wolf!“
„Mami, das ist kein Wolf, das ist der Dackel vom Oberförster Meier!“ Und dann muss sich Elisa-beth noch ein paar Belehrungen anhören und geht mit dem Korb in den Wald und trifft auf Hanswurst. Mit dem unterhält sie sich.
„Du gehst zu deiner Oma?“ fragt Hans Wurst.
„Ja, wohin sonst?“ Elisabeth ist etwas patzig.
„Dann pass auf: Im Wald gibt es einen Wolf!“
„Wolf? Ich habe das schon von Mami gehört. Das ist kein Wolf, und außerdem ich habe keine Angst vor einem Wolf.“
„Haha, was willst du denn tun, wenn der Wolf so von links daherkommt?“
„Dann gehe ich rechts daran vorbei!“ Elisabeth ist noch immer patzig.
„Und wenn der Wolf von rechts kommt?“
„Dann geh ich links daran vorbei!“ Elisabeth ist schlau!
„Und wenn der Wolf durch die Mitte kommt?“
„Dann steige ich auf einen Baum!“ Elisabeth weiß wirklich alles besser.
„Der steigt dir nach.“
„Kann er nicht!“
„Doch, der hat eine Leiter in der Hosentasche. Eine zum aufblasen!“
„Wurstl, du bist eine Veräppelungs-Maschine!“ Sie dreht sich um und geht.“ Wurst geht auch kopfschüt-telnd und folgert antiquiert: „Das ist die Jugend von heute!“
Nach einiger Zeit stößt der Stadtwolf auf Elisabeth. „Nanu?“ sagt der sich. „Was ist das? Ein rotes Käpp-chen?“ – Laut: „Na, wo willst du denn hin? Dich habe ich ja noch nie gesehen?
„Ich bin die Elisabeth!“
„Ach, heißt du auch Rotkäppchen?“
„Ja, aber das muss nicht sein!“
Da denkt der Wolf: „Das Himbeer-Eis mit Sahne!“ und sagt: „Wo willst du hin?“
„Ich gehe zu meiner Großmutter in den Wald!“
„Zu dem gemischten Braten mit Spätzle?“ denkt er und wird neugierig. „Wo wohnt deine Großmutter?“
„Gerade aus und dann links an dem alten Baumstamm entlang und ganz weit hinten vorne an in der Mitte auf der rechten Seite!“
„Da ist gesperrt. Ich glaube da ist eine Demo?“
„Dann weiß ich eine Abkürzung.“ Sagt Elisabeth und geht.
Der Wolf macht einen nachdenklichen Eindruck und nimmt sinnend den Weg zu der Großmutter.
Hanswurst trifft auf seinen Freund Brumm. Brumm ist ein Bär, aber einer der Art die Jahre beim Zirkus arbeiteten, da lernte er sich den Menschen anzupassen, mehrere Sprachen spricht er und benimmt sich sonst auch unauffällig unter und bei den Menschen wo er lebt. Nur, er nuschelt leicht.
„Spazieren?“ fragt Wurstl.
„Ja, Eberhard hat mir Karte geschrieben. Er hat was Leckeres: Himbeeren mit Waldhonig!“
„Wer ist Eberhard?“
„Der ist Wildsau! Willst du nicht mitkommen? Wildhonig. – Reife Himbeeren?“ ködert Brumm.
„Ach weißt du, Wildsau und das Parfüm? Den Umgang schmeckt doch ein Jeder!“
„Na dann!“ und Brumm trottet davon. Er ist immer kurz und bündig.
Wurstl schaut sinnend dem Bären hinterher und fragt sich: „Mit scheint heute ist ein besonderer Tag im Wald? Ich habe aber nirgends eine Ankündigung von „Kaffeefahrt“ oder Events gelesen? Oberförster Meier sieht es bestimmt nicht gerne wenn da Wer im Wald Irgendwas aufzieht!“ Er geht in die Richtung zum Haus der Großmutter.
Großmutter ist eine besondere, denn sie lebt selbstherrlich. Sie lebt in einem Haus, nicht zu groß und nicht zu klein, dass sie täglich die Stube fegen kann und den anfallenden Staub in Grenzen hält. Sie zieht sich Obst und Gemüse in einem überschaubaren Garten und hat auch einen Überblick über ihr Leben. Sie hat eine Tochter, von wem das verrät sie nicht, aber ihre Tochter hat ihr eine Enkelin beschert, aber die sagt auch nicht wer der Vater von dem Mädchen ist.
Heute ist es ein ruhiger Sonntag, demnach irgendein Tag an dem mit Besuch nicht zu rechnen ist. Ihr Freund, Oberförster Meier, besucht seine Großmutter. Da taucht aus dem Wald eine Figur auf und kommt langsam näher. „Nanu?“ denkt Großmutter, „wieder so ein „Student“ der Zeitschriften verkauft oder um Geld bittet für seine Erholungszeit nach jahrelangem Knast-Aufenthalt?“ Da kommt schon der Wolf im Jogging-Anzug näher, so erkennt sie. Großmutter empfängt ihn mit den Worten: „Na, was verkaufst du?“
„Ich verkaufe nichts. Ich will dich fressen!“ sagt der Wolf ohne eine Begrüßungsformel auszusprechen.
„Du willst mich fressen? Ich habe noch nicht geduscht!“ stellt Großmutter fest und spricht dabei den Büh-nentext von Brunos Bunter Bühne aus Dortmund.
„Ich fresse dich ohne Duschen!“ meint der Wolf.
„Du Ferkel!“ antwortet ihm Frau Großmutter.
„Los, komm in die Küche!“ befiehlt der Wolf.
„Wieso Küche?“ fragt Großmutter.
„Wölfe fressen immer in der Küche. Da ist, aus pädagogischen Gründen, die Öffentlichkeit ausgeschlossen und bleibt zurück mit starken Zweifeln!“ Und dann greift sich der Wolf die Großmutter und zieht sie in die Küche. Den Berichterstattern ist die Küche nicht genehm oder verboten, weil man sich da schnell die Fin-ger oder „sonst was“ verbrennen kann. Sie beschränken sich meistenteils auf Reste die in Müllkübeln vor die Tür gestellt werden, und daraus ziehen sie ihre Schlüsse. Manchmal greifen sie sich auch Haare die aus Fenstern hängen und basteln daraus haarige Geschichten. Da kommt schon der Wolf vor die Tür und hat einen dicken Wanst. Vielleicht hat er Großmutter ganz verschlungen? Mit Ach und Krach schafft er ein paar Schritte bis in Großmutters Schlafstube. Da will er ins Bett. In letzter Minute fällt ihm dabei ein: „Man geht nicht mit dem Anzug ins Bett!“ Und umständlich schlüpft er in Großmutters Nachthemd.
Elisabeth, auch Rotkäppchen, ist auf einem Schleichweg zu Großmutters Haus gekommen das im hellen Sonnenschein allein und wie verlassen inmitten von Obst, Gemüse und dicken Bäumen steht. Von Großmut-ter fehlt jede Spur, aber Irgendwas hört das Rotkäppchen und geht den Tönen zu oder nach. Sie kommt ins Schlafzimmer und denkt beim Anblick des bärtigen Wolfsgesichts: „Oma hat sich noch nicht rasiert!“ Da fällt ihr die Geschichte aus ihrem Englisch-Unterricht ein vom „Little red riding Hood“. „Oh!“ sagt sie, „Oma will mit mir die Geschichte spielen. Da spiel ich mit: Großmutter, was hast du so große Augen?“ – Nun antwortet der Wolf, der hatte wahrscheinlich auch englischen Unterricht: „Das ich dich besser sehen kann!“ – „Großmutter, was hast du so dicke Pfoten?“ – „, Dass ich dich besser greifen kann!“ Und da greift er sich das Rotkäppchen. – „Großmutter, du hast so ein entsetzlich großes Maul!“ Aber da hat der Wolf schon irgendwie, er weiß selber nicht wie, das Rotkäppchen verschlungen. Dann versucht er in dem Bett eine passende Stellung zu bekommen zu einem Verdauungsschlaf, doch dabei fällt er aus dem Bett. Er zieht sich mit Mühe an allen möglichen, greifbaren Dingen hoch.

Wurstl tat seine Pflicht und hielt Ausschau nach dem Wolf. Aus der Ferne hatte er wahrgenommen, dass Rotkäppchen von einem Mann in einem kunterbunten Anzug angesprochen wurde, dann aber einen ande-ren Weg nahm. Der Mann stieg augenscheinlich dem Rotkäppchen nicht hinterher. Wurstl nahm wahr, dass der Mann mit dem bunten Anzug Richtung Großmutter ging. Das wollte er sich später mal ansehen. Irgendwie traf Wurstl dann auf Brumm der seinen Freund Eberhard, die Wildsau, verpasste und nun be-schlossen sie zusammen weiter zu gehen.
Sie streiften herum und landeten dann vor dem Haus von Großmutter. Da entdeckten sie den bunten Anzug und den Wolf im tiefsten Schlaf. Vorsichtig näherten sie sich dem Wolf.
„Das ist doch der bekannte Stadtwolf. Das wird immer schlimmer, allmählich kommen alle Tiere in den Wald.“ Stellte Brumm fest. Er schnupperte an den Wolf herum. „Wurstl“, er stellte was fest, „der hat, ver-dammt nochmal, eine dicke Wampe. Kann das sein; dass der ein Rudel Rehe gefressen hat?“
Wurstl untersuchte auch den Wolf. Der schnarchte ungestört weiter. Brumm stellte wieder was fest: „Ich höre was, was du nicht hörst!“
„Was?“ fragte Wurstl.
„Hat der Wolf in seinem Bauch eine Wohnung zu vermieten? Oder hat er ein Radio verschluckt?“
„Wieso das?“
„Dann horch mal!“ Beide horchten an dem Wolf herum und hörten gedämpfte „Hilferufe“.
„Wir müssen dem Wolf den Bauch aufschneiden!“
„Das brauchen wir nichtm der hat einen Reißverschluss!“
Was war? Ganz einfach: Der Wohl hatte Großmutter und Rotkäppchen in seinen geräumigen Jogging-Anzug gesteckt und in der Aufregung nichts davon gemerkt, dass es in dem Jogging-Anzug keine Verdau-ungsorgane gab.
Wurstl zog eine sehr krause Stirn und dachte nach. Er legte einen Finger an die Stirn und sah intensiv den erwachten Wolf an: „Stimmt!“ sagte er. „Hör mal Wolf, tickst du nicht sauber? Was hast du dir gedacht? Was sollen die zwei Mädchen, das späte und das frühe, in deinem Anzug?“
„Eigentlich gar nichts. Mach` keinen Quatsch!“ bat er Brumm, der gerade seine Augen gezielt auf den Wolf richtete und wahrscheinlich Appetit bekam den Wolf zu verspeisen. Das kann man Bären nicht so genau ansehen, denn sie geben keine mimischen Zeichen von Wut oder Freude von sich. Nur mit den Augen signalisieren sie manchmal, und das merkte der Wolf. „He! Wurstl, ich heirate nicht das Rotkäppchen!“
„Bitte nicht!“ bettelte der Stadtwolf nnoch einmal, denn er kannte einen gefrässigen Bären sofort.
„Lassen wir das!“ sagte Wurstl.
„Bitte!“ sag5e der Wolf noch, „ich werde aber nicht das Rotkäppchen heiraten!“
„Was soll denn das?“
„Ach,“ erklärte der Wolf, „wenn ein Märchen zu Ende geht wird doch immer geheiratet!“
„Nicht immer“, bemerkte Wurstl, „manche Märchen gehen auch gut aus.“
Und dann feierten sie ein wenig und Großmutter und Rotkäppchen sprachen von einem Tag voller „action“ und fanden das ganz toll. Bestimmt aber auch das Feiern!
Nun ist das so eine Sache mit den Dimensionen von Wolf, Rotkäppchen und Großmutter. Der Chevalier erinnerte eine Darstellung des Märchens mit einem totschicken Jäger in Uniform mit Bügelfalten und einem eleganten Rotkäppchen von etwa dreißig Jahren gelegentlich einer Vorstellung in einem Saal in Partenkir-chen hinter dem Haus des Volkes mit den aufgemalten Freiheitskämpfern in Landestracht. Da war aber nichts dabei zu übernehmen oder umzusetzen. Mit dem Rotkäppchen im Wald. Da standen nur Leute auf der Bühne die einen Tristen, luftleeren, kriegsbedingten Raum füllten mit Geschwätz. Das mussten sie, denn sonst bekamen sie keine Lebensmittelkarten. Es war halt Krieg.
Jetzt aber feierten ein paar Typen das Besondere des Tages: Der Wolf war wieder einmal davon gekom-men!

Eintrittspreis auf allen Plätzen 6.- EUR.

Telefon: 07940-2805, E-Mail: info@theater-tedmore.de

E-BOOK: „Dammalz – zwitschgen Ruhr un Lippe“

Erster Teil einer Trilogie vom Leben eines
„Bankiers aller Gimpel“

epubli-e-book ISBN 9783745089509 Preis 4.99 EUR

NEUE BUCH

Ted Moré „Dammalz“
zwitschgen Ruhr un Lippe!“
1. Teil aus der Erzählung „Wanns eponn ä taim i

  • Zum Inhalt:

    Der erste Teil beschreibt Ort, Zeit und Personen der untersten Schichten der Bevölkerung in einem Arbeiter-Viertel namens Süd, mit leichten Ausflügen in Zeit und Bewegung, zwischen 1928 und 1937 in besagten Süd einem Stadtteil von Stadthausen. Da hinein kommt Donna Clara die einem Jungen das Leben schenkt um das sich ihr Leben von da an drängt.

    Süd ist nicht arg politisch, ja die Politik berührt diesen Statteil eher ganz am Rande, obgleich drei oder vier Leute der Meinung sind, dass sie da etwas daran ändern müssen. Dem gegenüber stehen Existenzen die bekannt werden unter der Berufsbezeichnung „Masematter“, gehobener „Kawenzmann“, Malocher, Handwerker, Polizisten und was sonst noch ein tägliches Bild ergibt.

    Der Kriegsschluss von 1918 bewegt einige unbedarfte Gemüter die mit ihrer Alltags-Philosophie verhüten möchten das so was noch einmal geschieht. Sie sagen: „Krieg als Materialschlacht? Wozu? Das sollte nicht noch einmal geschehen!“ Sie hoffen dass es ihnen gelingt eine Art „Gesunder Menschenverstand“ zu züchten oder zu lehren. Das gelingt ihnen zwar hie und da, aber beileibe nicht in dem Umfang der erforderlich ist ein kommendes Unheil zu verhindern.

    Diese Geister „Hoppedietz“ und „Kiepenkärl“ nehmen einen angepassten, jungen Typen dazu, einen Bullemann, und versuchen in Nischen Gedanken zu pflanzen die sich gewaltig vermehren sollen.
    Das ergibt eine Erzählung in der ein kleiner Junge heranwächst der irgendwie anders „gepuhlt“ ist wie seine Umgebung und der allem Anschein nach dazu geboren ist auszubrechen. Das bringt für den jungen Menschen Komplikationen die seine Umgebung nicht verarbeiten kann.

Deshalb schildert der erste Teil dieser Trilogie den Alltag mit allem was eine kleine Welt bewegt die sich in einem Rahmen befindet aus dem sie nicht ausbrechen kann und will. Einzelschicksale werden beschrieben, aber die bestätigen nur das Unvermögen.

Hier und mit diesem ersten Buch das Ted Moré im hohen Alter selber druckt und ausstattet, in einer Auflage von nur

100 Stück

sind eine Menge Bilder untergebracht die eigentlich nur die gedruckten Seiten bunter machen sollen. Mehr nicht. Es nutzt der Zeichner Ted Moré seine Buchausgaben als eine höchst persönliche Galerie.

„Dammalz“ zwitschgen Ruhr un Lippe.
285 – 355 Seiten, 60 – 80 Illustrationen, Hardcover Din A4
Preis 97.- EU
Bestellung unter: 07940 2805 oder info@theater-tedmore.de

Marionettenspieler, Kunstmaler, Schriftsteller und Filmemacher Ted Moré

  • Marionettentheater

    Ted Moré wurde 1930 in Witten geboren.
    Er lebte kurze Zeit in Recklinghausen, anschließend in Hamburg und in der Lüneburger Heide. Seit 1968 wohnt und arbeitet er in Künzelsau-Nagelsberg. Das Zimmertheater bietet 99 Sitzplätze für große und kleine Leute. Das Kinderferienprogramm wird noch bekannt gegeben!

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  • Ted Morés Biografie

    Ted Moré hat ein Buch mit seinen Erinnerungen geschrieben: „Schneewittchen war beim CIA!“

    2003 Neuauflage: „Von Königen, Hanswursten und anderen Potentaten“.
    Ab da nicht mehr so viele Gastspiele, dafür mehr Malerei und schriftstellerische Arbeiten.

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  • Ted Morés Werke

    Bilder zum verkaufen. Interessenten können Bilder käuflich erwerben. Alle Bilder sind urheberrechtlich geschützt.
    Das Kopieren, Vervielfältigen, Ablichten oder die kommerzielle Verbreitung ist verboten und wird strafrechtlich verfolgt.

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